Infektionen und Entzündungen

Behandlung von Infektionen und Entzündungen

Bakterien und Pilze wirkungsvoll bekämpfen.

Zur Gruppe der sogenannten Anti-Infektiva, mit denen Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze oder Viren bekämpft werden, die den Körper befallen haben, zählen Antibiotika, Antimykotika und Virostatika. Mit Arzneimitteln von Astellas können unter anderem schwere Pilzinfektionen behandelt werden, aber auch Durchfallerkrankungen wie zum Beispiel eine Infektion der Dickdarmschleimhaut durch Clostridioides difficile Bakterien.

Was ist Clostridioides difficile?

Clostridioides difficile sind sporenbildende Stäbchenbakterien, die die Hauptursache für im Krankenhaus erworbene Durchfallerkrankungen darstellen. Das Bakterium ist bei ein bis drei Prozent aller Erwachsenen Bestandteil des natürlichen Mikrobioms im  Darm und ist auch in unserer Umwelt überall zu finden.1

Das gesunde Darm-Mikrobiom eines jeden Menschen bietet einen natürlichen Schutz gegen Infektionen mit Clostridioides difficile Bakterien (Kolonisationsresistenz). Manchmal ist die Anzahl dieser Darm-Bakterien jedoch verringert: Das kann zum Beispiel aufgrund einer Therapie mit Antibiotika der Fall sein.2 Clostridioides difficile Bakterien haben es dann leichter, sich zu vermehren und Giftstoffe zu produzieren, die die typischen Beschwerden dieser Infektion auslösen.

Symptome sind zum Beispiel:3

  • Plötzlicher, wässriger Durchfall (mehr als drei Stuhlgänge am Tag für mehr als 2 Tage)11
  • Bauchkrämpfe und Schmerzen
  • Fieber
  • Übelkeit

Die Beschwerden können wenige Tage oder auch mehrere Wochen anhalten. Mithilfe einer Stuhlprobe stellt der Arzt fest, ob sie durch Clostridioides difficile Bakterien ausgelöst wurden.

Risikogruppen

Das Risiko, sich mit Clostridioides difficile anzustecken, ist erhöht4

  • bei Menschen, die über 65 Jahre alt sind
  • während oder nach einer Behandlung mit Antibiotika oder anderen Arzneimitteln, die das normale Gleichgewicht der Darmbakterien verändern
  • durch ein geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung wie der HIV-Infektion oder wegen einer medikamentösen Behandlung (etwa nach einer Transplantation oder während einer Chemotherapie)
  • aufgrund eines längeren Aufenthalts in einer Klinik oder einer anderen Gesundheitseinrichtung, beispielsweise einem Pflegeheim
  • bei Patienten mit einer schwerwiegenden Grunderkrankung, zum Beispiel chronische Nierenerkrankung
  • nach einer Darmoperation

Krankheitsauslösend wirken die Zellgifte Toxin A und Toxin B von Clostridioides difficile; sie verursachen im Dickdarm eine Schädigung der Darmschleimhaut mit extensiver Entzündungsreaktion und wässrigen Ausscheidungen. Die Sterblichkeit ist für Patienten, die sich mit Clostridioides difficile angesteckt haben, um ein Dreifaches erhöht.5 Besonders ältere Menschen erleiden häufiger Rückfälle, das heißt, die Erkrankung tritt erneut auf, nachdem die Symptome bereits abgeklungen waren.6

Behandlung von Clostridioides difficile

In Deutschland werden jedes Jahr etwa 100.000 Patienten wegen einer Infektion mit Clostridioides difficile im Krankenhaus behandelt.7

Wer nur leicht erkrankt, benötigt oft gar keine Therapie.8 Die meisten Betroffenen müssen allerdings Medikamente absetzen, die die Entzündung ausgelöst haben oder verschlimmern.9,10 Oft führt dies bereits zu einer Besserung des Befindens.11 Spezielle Antibiotika werden eingesetzt, wenn die Erkrankung schwer verläuft oder wiederkehrt.11 Der Durchfall kann dazu führen, dass Patienten viel Flüssigkeit verlieren. In diesem Fall wird intravenös Flüssigkeit zugeführt, um zu verhindern, dass Betroffene austrocknen (dehydrieren).8

Patienten können folgendes tun, um die Heilung zu unterstützen:

  • Viel trinken, damit der Körper den Flüssigkeitsverlust ausgleichen kann6,8
  • Keine Medikamente einnehmen, die gegen Durchfall wirken, da sie die Geschwindigkeit verringern, mit der Giftstoffe ausgeschieden werden8

Händewaschen kann vor Ansteckung schützen

Clostridioides difficile Erreger sind hochgradig ansteckend und können für lange Zeit beispielsweise auf Oberflächen überleben. Um ihre Ausbreitung zu verhindern, sind daher strenge Hygienemaßnahmen erforderlich, vor allem:12

  • Händewaschen mit lauwarmem Wasser und Seife, vor allem nach dem Toilettengang sowie vor dem Kochen und Essen
  • Desinfizieren eventuell verunreinigter Oberflächen

 

Referenzen:
1 Barbut F et al. Curr Opin Infect Dis 2011; 24: 370–376.
2 Borriello SP. Ann Med 1990; 22: 61–67.
3 Bartlett JG, Gerding DN. Clin Infect Dis 2008; 46 (Suppl 1): 12–18.
4 Lo Vecchio A et al. Curr Opin Gastroenterol 2012; 28: 1–9.
5 Hensgens MP et al. Clin Infect Dis 2013; 56: 1108–1116.
6 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Infektionsschutz.de – Clostridium difficile: www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/clostridium-difficile.html. Letzter Zugriff April 2020.
7 Lynen Jansen P et al. Z Gastroenterol 2014; 9: 342–349.
8 Schneider T et al. Dtsch Arztebl 2007; 104(22): A-1588 / B-1403 / C-1343: www.aerzteblatt.de/archiv/55860/Clostridium-difficile-assoziierte-Diarrhoe. Letzter Zugriff April 2020.
9 Universitätsklinikum München: Klinikleitfaden Antibiotika-assoziierte Diarrhoe: www.klinikum.uni-muenchen.de/Medizinische-Klinik-und-Poliklinik-II/download/inhalt/downloads/klinikleitfaden/kapitel05_antibiotika_Dia.pdf. Letzter Zugriff April 2020.
10 Labor aktuell: Clostridium-difficile-Infektion: www.labor-gaertner.de/uploads/media/LaborAktuell_Clostridium-difficile-Infektion.pdf. Letzter Zugriff April 2020.
11 Robert Koch Institut: RKI-Ratgeber Clostridioides difficile: www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Clostridium.html#doc2393684bodyText20. Letzter Zugriff April 2020.
12 Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH: Prävention und Kontrolle von Clostridium difficile, 2. Auflage, Dezember 2007

NON_2020_0021_DE, erstellt: Juni 2020